Header

Title

Finanzspritzen für die Gesundheit


Summary

Im Kampf gegen Krankheiten fehlt oft das Geld, um gute Ideen umzusetzen. Ob Malaria oder Coronavirus – die EIB hilft bei Investitionen


Related Image

aa65a145-6f25-4350-b8d4-25747480a6be


Content

Simple Text (text)

Text (ltext)

Wenn eine Epidemie wie Covid-19 grassiert, rufen alle nach einem Impfstoff. Doch die Entwicklung von Impfstoffen ist kompliziert.

Angesichts der Coronakrise will die Europäische Investitionsbank vorhandene Finanzierungsinstrumente nutzen, die sie gemeinsam mit der Europäischen Kommission umsetzt – vor allem die InnovFin-Fazilität „Infektionskrankheiten“. Die Mittel sollen in Projekte zur Kontrolle, Behandlung oder Vorbeugung von Covid-19 fließen.

„Wir werden auf dem aufbauen, was wir ohnehin schon im Gesundheitsbereich tun“, erklärte Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank. „Wir stehen bereits in Kontakt mit Unternehmen und Organisationen, um Finanzierungsmöglichkeiten für die Erforschung von Covid-19-Impfstoffen und -Medikamenten zu sondieren. Als Bank der EU wird die EIB-Gruppe unermüdlich an einer schnellen Lösung dieser furchtbaren Krise mitarbeiten.“

Doch nicht nur so akute Fälle wie Covid-19 erfordern rasches Handeln. Der Klimawandel etwa fördert weltweit die Ausbreitung von Krankheiten. Deshalb müssen wir nicht nur massiv Geld in die Hand nehmen, um den Klimawandel aufzuhalten, sondern auch für die Prävention und Behandlung der Krankheiten, die er zu uns bringt.

Investitionen in Impfstoffe – für den Klimaschutz

Der Klimawandel kann Probleme verschärfen, vor denen NGOs und die Wissenschaft im Kampf gegen Krankheiten stehen. Nehmen wir die Malaria. Mit den wärmeren Temperaturen steigt die Zahl der Mücken. Biotechnologieunternehmen investieren daher in neue Werkzeuge zur Vorbeugung und Behandlung von Malaria in Afrika.

Die Malaria gehört zu den tödlichsten Infektionskrankheiten auf dem afrikanischen Kontinent: Jeden Tag sterben daran rund 700 Kinder. Bei der Forschung und Entwicklung gegen die Krankheit klafft eine Finanzierungslücke von 1,8–2,7 Milliarden Euro. Meist fehlt es an Geld für die Weiterentwicklung von Produkten. Erschwerend hinzu kommt die zunehmende Resistenz gegen Insektizide, die in Bettnetzen verwendet werden, und gegen einige der wirksamsten Medikamente.

„Extreme Hitze steht in direktem Zusammenhang etwa mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Asthma“, erklärt Felicitas Riedl, Leiterin der Abteilung Life Sciences der EIB. „Die steigenden Temperaturen sind eine Folge des Klimawandels, und das wirkt sich immer stärker auf die Gesundheit in unseren Gesellschaften aus. Der Klimawandel beeinflusst ganz konkret soziale und ökologische Gesundheitsfaktoren: saubere Luft, sicheres Trinkwasser, ausreichend Nahrung und sichere Unterkunft. Hier setzen unsere Projekte an.“

Biotechnologie- und Pharmaunternehmen forschen an vielversprechenden Impfstoffen und anderen biologischen Ansätzen zur Prävention von Malaria. Für Projekte in der Frühphase fehlt es jedoch oft am nötigen Kapital. Hier springt der EU Malaria Fund ein, ein 240 Millionen Euro schweres Investitionsinstrument, an dem die Europäische Union, internationale Organisationen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft beteiligt sind. Der Fonds wurde 2014 von der kENUP Foundation eingerichtet, einer globalen Partnerschaft zur Förderung von Innovation in Europa.

Im Jahr 2019 stellte die Europäische Investitionsbank 111 Millionen Euro für den EU Malaria Fund bereit. „Wir wollen eine Marktlücke schließen und schnell neue Lösungen herbeiführen, um den Kampf gegen die Malaria zu intensivieren und weltweit die Gesundheit der Menschen zu schützen“, sagt Anna Lynch, Gesundheitsexpertin bei der EIB.

Zukunftsfeste Krankenhäuser

Was hat der Klimawandel mit Krankenhäusern zu tun? Das wird sich der eine oder die andere fragen. Nun, Krankenhäuser behandeln Patienten, deren Krankheiten vom Klimawandel verursacht werden. Und sie tragen selbst zum Klimawandel bei.

Die Klimakrise wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit der Menschen aus, sondern auch auf die medizinische Versorgung. Krankenhäuser müssen gegen Betriebsstörungen und vorübergehende Evakuierungen durch Hitzewellen, Waldbrände, Dürre oder Überschwemmungen gewappnet sein. Ärztliches Personal und Pflegekräfte auf der ganzen Welt müssen sich auf neue Krankheiten einstellen und sie behandeln.

Die meisten Gesundheitseinrichtungen sind nicht klimafreundlich. Sie erzeugen große Mengen medizinischer Abfälle und verbrauchen viel Energie für Belüftung, Heizung, Kühlung, Beleuchtung und Maschinen. Einige Krankenhäuser bemühen sich bereits um eine bessere Klimabilanz.

Das Klinikum in Rijeka, eines der größten Krankenhäuser Kroatiens, ist in 60 alten Gebäuden an drei Standorten untergebracht, verstreut über die ganze Stadt. Die Folge: unnötige Krankentransporte durch verstopfte Straßen. Das Krankenhaus versorgt 600 000 Bewohnerinnen und Bewohner der Region Rijeka und in der Urlaubszeit zusätzlich Hunderttausende Touristinnen und Touristen.

2019 wurde der Grundstein zu einem neuen modernen Gebäude gelegt, das alle Abteilungen an einem Standort zusammenführt. Geplant sind Einrichtungen auf dem neuesten Stand der Technik, inklusive Wärmekraftanlage, Küche und Parkflächen. Das neue Gebäude soll 40 Prozent weniger Strom, 50 Prozent weniger Gas und 30 Prozent weniger Wasser verbrauchen. Neugeborene müssen nicht mehr zwischen Abteilungen verlegt werden, die neun Kilometer voneinander entfernt liegen: Sie werden einfach von einem Raum in den nächsten geschoben. Das Krankenhaus erhielt 2019 ein Darlehen der EIB über 50 Millionen Euro. Die Europäische Plattform für Investitionsberatung stand mit Rat zur Seite.

Ganzheitlich investieren

Wenn wir gesünder leben wollen, denken wir meist an ausgewogene Ernährung, neue Medikamente und Behandlungen. Dass auch unsere Umwelt eine Rolle spielt, kommt uns nicht so schnell in den Sinn. Der französische Investmentfonds Eiffel Essentiel richtet sich an Unternehmen in den Sparten erneuerbare Energien, nachhaltige Landwirtschaft – und Gesundheit.

Er bringt über eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren langfristiges Wachstumskapital in innovative Unternehmen ein. Innovative Unternehmen – meint Fabrice Dumonteil, geschäftsführender Direktor der Eiffel Investment Group – brauchen Zeit, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Nur dann können sie ehrgeizige industrielle Projekte umsetzen. Der Fonds will 20 Unternehmen unterstützen. Zu den ersten potenziellen Beteiligungen gehört ein Agrarlebensmittelunternehmen, das auf Behandlungen für bestimmte Krankheiten spezialisiert ist.

Eiffel Essentiel wirbt in einer ersten Finanzierungsrunde 200–250 Millionen Euro ein, das Zielvolumen des Fonds liegt jedoch bei 400 Millionen Euro. Die Europäische Investitionsbank steuert 80 Millionen Euro im Rahmen des Europäischen Fonds für strategische Investitionen bei.